Orpheus in der Unterwelt.



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Operette von Jacques Offenbach

Text von Hector Crémieux und Ludovic Halévy
Premiere 21|10|2017 | Großes Haus


Öffentliche Meinung: „Komm, folg‘ der Ehre, sie geht ja der Liebe stets voran.“
Orpheus: „Komm! Soll die Ehre mich leiten, wie wenig liegt mir daran.“

Die Ehe zwischen dem Violinisten Orpheus und seiner Frau Eurydike
hat jede Phase des romantischen Verliebtseins längst hinter
sich gelassen. Sie fühlt sich durch sein unablässiges Musizieren
vernachlässigt, er sieht sich in seinem Künstlergenie missachtet.
Beide haben ohnehin längst andere erotische Bande geknüpft:
Orpheus flirtet ganz offen mit der Nymphe Chloë, Eurydike findet
den Schäfer Aristeus attraktiv. Sie ahnt nicht, dass sich hinter
dessen Verkleidung Pluto, der Gott der Unterwelt, verbirgt, doch
letztendlich lässt sie sich nur allzu gerne aus ihrem langweiligen
Ehe- und Erdendasein in sein Höllenreich entführen. Orpheus
nimmt das fast erleichtert zur Kenntnis, doch die personifizierte
Öffentliche Meinung zwingt ihn, seine Rechte als Ehemann bei
der höchsten Instanz, bei Göttervater Jupiter, zu reklamieren und
Eurydike zurückzufordern. Doch der hat längst selbst ein Auge auf
die schöne Eurydike geworfen …
In seiner ersten abendfüllenden Operette – uraufgeführt 1858 in
Paris – ist dem Komponisten Jacques Offenbach nichts heilig: Die
hehr-erhabenen Götterfiguren der Antike werden von ihrem Sockel
gestoßen und in ihren allzu menschlichen Schwächen gezeigt. Die
Ehe scheint auf Erden, im Himmel wie in der Hölle nicht der Ort zu
sein, an dem der Mensch zur erotischen Lusterfüllung kommen
könnte. Musikalisch parodiert der „Mozart der Champs-Élysées“,
wie Offenbach in Paris genannt wurde, ohne jeden Respekt das
hohle Pathos der Oper seiner Zeit. Der Ton seiner Operette mit
ihren vielen Couplets ist direkt und frech, die Musik zeichnet sich
durch einen ungewöhnlichen Reichtum an melodischer Einfallskraft
aus. Elektrisierende tänzerische Rhythmen treiben stets
aufs Neue die Handlung voran. Der berühmte „Höllen-Galopp“
wurde gar zum Inbegriff des als verrucht geltenden Cancans. Mit
„Orpheus in der Unterwelt“ erzielte der Kölner Jacques Offenbach
seinen ersten großen Erfolg, der in ganz Europa Beachtung fand.
Bis heute gilt diese Operette mit ihrem Esprit und ihrem respektlosen
Witz als Maßstab der gesamten Gattung.

Preise C

Mit

Orpheus (Pierre-Eric Rieu) Pierre-Eric Monnier
Eurydike (Monika Berg) Elizabeth Wiles
Daniel Jupiter Daniel Böhm
Juno Geertje Nissen
Pluto | Aristeus Peter Floch
Venus Stefanie Smits
Cupido Polina Artsis
Minerva Rosario Chávez
Merkur Dominik Kastl
Mars Ke An
Diana Adrienn Cunka
Bacchus Dmitri Oussar
Rudi Styx Thomas Kollhoff
Die Öffentliche Meinung Astrid Vosberg

Orchester des Pfalztheaters | Chor des Pfalztheaters | Ensemble Tanz des Pfalztheaters | Statisterie des Pfalztheaters

Abenddirigent

Anton Legkii

Leitung

Musikalische Leitung Anton Legkii
Inszenierung Sebastian Welker
Bühne Volker Thiele
Kostüme Magali Gerberon
Choreographie Kerstin Ried
Leitung Chor Johannes Köhler
Dramaturgie Elias Glatzle