Das Abschiedsdinner.



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Komödie von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière
Premiere 26|05|2017 | Werkstattbühne

„Die Bertins kosten uns 10 Prozent unserer Abende! 10 Prozent! Wenn du die Chocards, die Mandelbaums und die Ostrias
dazu nimmst, bist du schnell bei acht, neun im Jahr! Ohne dass du’s merkst, verputzen die 35 Prozent deiner freien Abende!
10 Prozent sind okay, aber keine 35! Boris hat recht, man braucht den Freundschafts-Schutzschirm: das Abschiedsdinner.“

Während der Vorbereitung auf ein Abendessen bei Freunden
berichtet Pierre seiner Frau Clotilde von der Methode eines Bekannten, der Abschiedsdinner für Freunde gibt, die er loswerden
möchte, ohne dass diese davon wissen. Die Idee, auf diese Weise
alte Freundschaften zu beenden, die mehr eine Verpflichtung
als ein Vergnügen geworden sind, gefällt. Sie beschließen, es zu
versuchen und wählen als erstes Bea und Antoine. Deren Lieblingsessen, die Musik, der Wein – alles wird arrangiert und steht bereit
für den letzten gemeinsamen Abend. Doch Antoine kommt ohne
Bea. In gewohnt egozentrischer Weise erzählt er von seinem eben
verstorbenen Analytiker, dem Plan, ein Kind zu adoptieren und der
Beziehung zu seiner Frau. Für die Adoption benötigt er ein Empfehlungsschreiben von Pierre, der selbst Vater ist.
Was folgt, ist ein genialer Schlagabtausch der beiden Freunde,
die sich im Verlauf des Abends nichts schenken. Rasant und
gnadenlos schaukeln sie sich unter der Beobachtung von Clotilde
gegenseitig hoch, bis letztendlich eine Handvoll Erdnüsse die
kathartische Läuterung vollbringt.
Das Autorengespann Delaporte und de la Patellière beleuchtet in
dieser wundervollen Komödie die unterschiedlichen Seiten der in
Mode gekommenen Freundschaftsoptimierung. Lohnt es sich, sich
aus seiner Wohlfühlzone hinauszubegeben und sich erneut auf
die Menschen einzulassen, die man kennt oder rechtfertigt sich
der Rückzug in eine feige, aber höfliche Delegationsgesellschaft?
Wie schon in „Der Vorname“ decken die beiden Autoren mit viel
Sprachwitz und schneidigem Feingefühl die unter der Oberfläche
brodelnden Befindlichkeiten auf und zeigen einmal mehr, dass
Eigenart das Salz in der Suppe der zwischenmenschlichen Beziehungen ist.

Preise Werkstattbühne

Mit

Pierre Lecoeur Jan Henning Kraus
Clotilde Lecoeur, genannt "Clote", seine Frau Nikola Norgauer
Antoine Royer, ein alter Freund von Pierre Henning Kohne

Leitung

Inszenierung Reinhard Karow
Bühne Jörg Brombacher
Kostüme Helen Maria Boomes
Dramaturgie Andrea Wittstock