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Opernpremiere: "Neda - Der Ruf"

Mit Nader Mashayekhis „Neda – Der Ruf“ kommt erstmalig eine Oper eines iranischen Komponisten am Pfalztheater zur Aufführung. In diesem Werk verbinden sich persische Musiktraditionen mit der europäischen Kunstform Oper.
Der Stoff der Oper führt in die Welt des mittelalterlichen persischen Dichters Nizami, des Autors berühmter Liebesepen und Märchen, die auch in deutscher Übersetzung eindrucksvolle Zeugnisse von großer Weltliteratur darstellen.
Die Opernhandlung nach einem Libretto von Nadja Kayali und Angelika Messner erzählt, wie der Dichter Nizami als Belohnung für eine gelungene Geschichte von seinem Fürsten die Sklavin Apak als Geschenk bekommt. Nizami ist beeindruckt von ihrer Klugheit und ihrem Selbstbewusstsein, verliebt sich in sie, nimmt aber nicht mit Gewalt von ihr Besitz, sondern respektiert sie als Frau.
Nader Mashayekhis 2010 in Osnabrück uraufgeführte Oper beschäftigt sich durch den literarischen Rückgriff äußerst differenziert mit dem Rollenbild der Frau in der islamischen Gesellschaft. Der Titel der Oper erinnert an die Studentin Neda Agha-Soltan, die im Juni 2009 vermutlich von Milizen des iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedschad bei einer Demonstration in Teheran erschossen wurde. Dieses Ereignis bildet die gedankliche Folie der Handlung, ohne konkret auf der Bühne erzählt zu werden. Der Name „Neda“ bedeutet im Persischen „Ruf“ oder „Stimme“. Den Frauen in der iranischen Gesellschaft wird durch diese Oper eine Stimme verliehen.

Für das Pfalztheater inszeniert Holger Müller-Brandes, der in Kaiserslautern bereits Schrekers „Irrelohe“zu einem aufregenden Theaterereignis gemacht hat.
Die musikalische Leitung hat Rodrigo Tomillo. Die Bühne baut Thomas Dörfler. Die Kostüme entwirft Astrid Noventa.
Es singen und spielen: Monika Hügel (Apak), Wieland Satter (Nizami), Adelheid Fink (Turandot), Xiaoyi Xu (Nuschabe), Arlette Meißner (Fitna), Daniel Kim (Freund), Alexis Wagner (Ältester) und Jung-Baik Seok (Gelehrter).

Premiere ist am Sonntag, dem 23. April 2017, um 19.30 Uhr im Großen Haus.
Karten gibt es direkt hier oder über Tel. 0631/3675-209.

Chefdramaturg Andreas Bronkalla bietet auch für die Premiere eine Einführung um 19.00 Uhr im Foyer an.