Kasimir und Karoline

Kritik in der Rheinpfalz von Fabian R. Lovisa vom 2.5.11

"Um nichts weniger als die Natur des Menschen geht es in Ödön von Horváths Volksstück "Kasimir und Karoline". Unter besonderer Berücksichtigung des kapitalistischen Systems und seiner Auswirkungen. Ein top aktuelles Stück also, auch rund 80 Jahre nach seiner Uraufführung noch. Die Inszenierung von Stefan Maurer, die am Samstag am Pfalztheater Kaiserslautern Premiere hatte, setzt auf diese Aktualität. (...) Marion Fuhs liefert eine in den besten Momenten dramatische Darstellung der Karoline, Oliver Burkia kommt als Kasimir nicht weniger glaubhaft rüber. Auch die Nebenrollen tragen zum eindrücklichen Bild bei: etwa Hannelore Bähr als abgehalftertes leichtes Mädchen, Rainer Furch als machohafter Kleinkrimineller oder Daniel Mutlu als tragischer Paradiesvogel.

Eine Inszenierung also, die Denkanstöße liefert - und das nicht zu knapp. Was schließlich eine der vornehmsten Aufgaben des Theaters ist."