- Musiktheater
Boris Godunow
- Oper von Modest Mussorgskij; in russischer Sprache mit deutschen Übertiteln
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DIE russische Nationaloper!
Boris Godunow gilt als eine ausgesprochene schillernde Gestalt in der russischen Geschichte. Er wird als gleichermaßen intelligent wie machthungrig beschrieben. Als er 1598 als Nachfolger des schwachsinnigen Fjodor I. den Zarenthron bestieg, kamen sofort Gerüchte auf, er habe den rechtmäßigen Thronfolger Dimitrij, Sohn Iwans IV., genannt der »Schrecklichen«, und jüngerer Halbbruder des Zaren Fjodor, ermorden lassen, um selbst an die Macht zu gelangen. Dieses historische Szenarium greift Modest Mussorgskij in seinem musikalischen Volksdrama auf, zu dem er selbst das Libretto verfasste. Mehr noch als der Titelheld selbst steht dabei das russische Volk im Zentrum dieser Oper.
Die Oper erzählt wie Boris Godunow scheinbar widerstrebend die Zarenwürde annimmt und das Volk – der ewigen Machtkämpfe müde – aus seiner Lethargie erwacht und den neuen Zaren voller Hoffnung mit Jubel begrüßt. In einem Kloster schließt der greise Mönch Pimen die von ihm erstellte Chronik der russischen Geschichte. Beeinflusst von den historischen Studien wähnt sich der Novize Grigorij als Zarewitsch Dimitrij, an dessen Stelle ein anderes Kind ermordet worden sei, und entflieht dem Kloster. Obwohl er von den Schergen des Zarens verfolgt wird, kann der »falsche Dimitrij« Truppen gegen den Zaren sammeln. Von Schuld verfolgt und zwischen Wirklichkeit und Wahnsinn schwankend, zerrinnt Boris die Macht zwischen den Fingern. Das Volk jubelt dem neuen Hoffnungsträger, dem »falschen Dimitrij«, zu.
Die Komposition zeichnet sich durch große Chortableaus und nationales Melos mit vielen Anklängen an die russische Volksmusik aus. Die erweiterte Harmonik und Rhythmik wurde in ihrer Zeit zunächst mit Unverständnis aufgenommen, dabei bildet die eher raue Klangsprache das brutale Spiel um die Macht atmosphärisch treffend ab. Modest Mussorgskijs ab September 1868 entstandne Oper wurde in der Urfassung aus musikalischen wie politischen Gründen zunächst abgelehnt und dann vom Komponisten überarbeitet, verändert und erweitert, bevor »Boris Godunow« 1874 in St. Petersburg zur Uraufführung kam. Die Oper war ein außerordentlicher Erfolg beim Publikum, wurde jedoch von der Presse nahezu einhellig abgelehnt. Später fand sie vor allem Verbreitung in der geglätteten Orchestrierung Nikolai Rimskij-Korsakows, jedoch kommt seit einigen Jahren in der Regel – wie auch jetzt am Pfalztheater – die authentische Instrumentation Mussorgskijs zur Aufführung.
Preise D
- Luciano Batinic (Boris Godunow)
- Hanna Larissa Naujoks (Fjodor)
- Susanne Pemmerl (Xenia)
- Geertje Nissen (Die Amme)
- Hans-Jörg Bock (Fürst Wassilij I. Schuiskij)
- Daniel Böhm (Andrej Schtschelkalow)
- Manfred Hemm (Pimen, Mönch)
- Steffen Schantz (Grigorij Otrepiew, Dimitrij)
- Michael Hauenstein (Warlaam)
- Alexandru Popescu (Missail)
- N.N. (Die Schankwirtin)
- Alexis Wagner (Nikititsch, Vogt/Hauptmann / Tschernjakowskij)
- Michael McBride (Ein Leibbojar / Bojar Chruschtschow)
- Radoslaw Wielgus (Lowitzkij)
- Peter Floch (Der Gottesnarr)
- Dan-Sabin Cioroianu
- Till Hass (Musikalische Leitung)
- Kurt-Josef Schildknecht (Inszenierung)
- Rudolf Rischer (Bühne)
- Gera Graf (Kostüme)
- Ulrich Nolte (Chorleitung)
Boris Godunow Oper von Modest Mussorgskij; in russischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Boris Godunow Oper von Modest Mussorgskij; in russischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Boris Godunow Oper von Modest Mussorgskij; in russischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Boris Godunow Oper von Modest Mussorgskij; in russischer Sprache mit deutschen Übertiteln
