• Musiktheater

Parsifal
- Oper von Richard Wagner (Dauer ca. 5½ Stunden)

Der Gralskönig Amfortas zog einst aus, um Klingsor, den Gegenspieler der Gralshüter, zu bekämpfen. Doch in dessen Zaubergarten brach Amfortas das Keuschheitsgebot und verlor im Kampf mit Klingsor den heiligen Speer. Zudem trug er eine Wunde davon, die nicht mehr schließen will. Es heißt, nur ein reiner Tor, „durch Mitleid wissend, könne den Speer zurückgewinnen und Amfortas Erlösung verschaffen. Als der junge, wilde Parsifal unbekümmert in den Gralsbezirk eindringt, meint der weise Ritter Gurnemanz in ihm diesen reinen Tor zu erkennen. Doch Parsifal bleibt von der feierlichen Enthüllung des Grals vollkommen unbeeindruckt. Erst im Kuss Kundrys wird er sich seiner selbst und seiner Mission bewusst. Er stößt die verführerische Kundry, die in Klingsors Macht steht, von sich, gewinnt den heiligen Speer zurück und bringt ihn nach einer langen Irrfahrt zurück in den Gralstempel.

Richard Wagner (1813-1883) griff für sein letztes Bühnenwerk die Gestalt des Gralssuchers Parzival auf, der um 1200 erstmals Held eines Epos von Chrétien de Troyes war und später von Wolfram von Eschenbach dichterisch aufgegriffen wurde. In freier Aneignung verknüpfte der Dichterkomponist mit dieser Parabel des nach Erlösung suchenden und irrenden Menschen verschiedenste Aspekte der christlichen Religion, des Buddhismus und der Philosophie Schopenhauers. Nicht nur der zuvor eng mit Wagner befreundete Friedrich Nietzsche zeigte sich über die religiöse Kehrtwende des Komponisten und die Suggestion von quasireligiösen Ritualen in der Kunst befremdet. Wagners 1882 in Bayreuth uraufgeführtes »Bühnenweihfestspiel« hat in seiner Wirkungsgeschichte bis heute die unterschiedlichsten Deutungen provoziert. Unbestritten ist jedoch die musikalische Kunstfertigkeit der Partitur, in der Harmonik, Melodik und Sprache geradezu verschmelzen zu einem Werk vollendeter Geschlossenheit und doch raffinierter Vielschichtigkeit.
Richard Wagners »Parsifal« steht zum ersten Mal auf dem Spielplan des Pfalztheaters.
 
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Parsifal