Odyssee.



Die odyssee
Roland Schimmelpfennig nach Homer
Premiere 16|10|2020 | Großes Haus

„Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes.“

„Die Odyssee“ ist das früheste schriftlich fixierte Epos der europäischen Geschichte und eines der einflussreichsten. Unzählige Nacherzählungen, Weitererzählungen, Neuerzählungen existieren, ebenso wie zahllose Referenzen an Motive und Figuren. Der grobe Verlauf der Geschichte ist bekannt:
Odysseus hat durch die List des Trojanischen Pferdes den Krieg gegen Troja für sich entschieden. Aber nach zehnjährigem Krieg kann er dennoch nicht in seine Heimatstadt Ithaka heimkehren, denn weitere zehn Jahre treibt er auf einer Irrfahrt über das Mittelmeer, die unglaubliche Gefahren für den Helden birgt.
Als Odysseus schließlich heimkehrt, findet er jedoch seine Heimat, sein altes Leben nicht mehr vor.
Homer schreibt mit der Figur des Odysseus nicht nur den ersten gebrochenen Helden, den ersten Kriegsheimkehrer der europäischen Kulturgeschichte, sondern auch, wie der Krieg in der Fremde die Kolonisatoren selbst zu Nomaden und Migranten macht.

Im Auftrag des Staatsschauspiels Dresden hat Roland Schimmelpfennig, überaus erfolgreicher deutschsprachiger Dramatiker, die „Odyssee“ neu geschrieben. Wie auch bei Homer mäandert sein Text durch Ereignisse, die nicht unmittelbar dargestellt, sondern als bereits vergangen oder auch erfunden erzählt werden.
Penelope, die Ehefrau des Odysseus, der nicht heimkehrt, ist einsam und unglücklich. So unglücklich, dass sie sich schließlich nach Jahren der Liebe zu einem Lehrer hingibt. Dieser ist ihrem Odysseus nicht nur gänzlich unähnlich, sondern erzählt er bei ihren heimlichen Treffen Geschichten, um sie zum Lachen zu bringen und abzulenken. So erfindet der Lehrer, Besitzer eines Kleinwagens, Gründe, warum Odysseus, der Städtezerstörer, nicht heimkommt. Er selbst verwandelt sich in diesen Geschichten oft in einen der Gefährten des Städtezerstörers und meistens enden die Geschichten auf dem Rücksitz des Kleinwagens damit, dass der erfundene Gefährte auf der verzweiflungsvollen Rückfahrt aus dem Krieg ums Leben kommt, während Odysseus meistens mit Göttinnen oder Halbgöttinnen im Bett landet.

„Wohin kann man zurückkehren?“ ist die Frage, die sich durch das Epos und dessen Neubearbeitung zieht und die in der Version Schimmelpfennings plötzlich sehr viel mit unserer heutigen Zeit zu tun hat.



Preise E

Mit

Helena Gossmann / Jelena Kunz / Philipp Adam / Robert Flanze / Lukas Jakob Huber / Henning Kohne

Leitung

Inszenierung Jan Langenheim
Bühne und Kostüme Anja Jungheinrich
Dramaturgie Melanie Pollmann