Tod eines Handlungsreisenden.



Stueckseite_Teaser_Tod eines Handlungsreisenden
Schauspiel von Arthur Miller
Premiere 23|11|2019  |  Großes Haus

„In diesem Haus haben wir nie auch nur zehn Minuten die Wahrheit gesagt."

Über 30 Jahre lang hat der 60-jährige Willy Loman für ein und dieselbe Firma als Handelsvertreter die Städte und Dörfer um New York aufgesucht. Er ist im Beruf alt geworden und spürt, dass er dem Leben eines Handlungsreisenden nicht mehr gewachsen ist. Seine Konzentrationsfähigkeit lässt nach, er fühlt sich am Steuer nicht mehr sicher. Der Juniorchef seiner Firma lehnt Lomans Bitte, ihn in einer anderen Abteilung zu beschäftigen, ab. Er rät ihm, sich erst einmal eine Weile auszuruhen, was in seiner Terminologie einer Entlassung gleichkommt. Wegen laufender Ratenzahlungen ist Loman aber auf ein bestimmtes Einkommen angewiesen. All seine Träume von einem ruhigen Alter in bescheidenem Wohlstand sind zerschlagen. Unfassbar für Loman, der sich immer für einen besonders tüchtigen Vertreter gehalten hat. Auch seine beiden Söhne können ihn nicht unterstützen. Sie haben den materiellen Erfolg, der ihnen vom Vater immer wieder als das Erstrebenswerteste im Leben eingeimpft wurde, nie erreicht. Gerade Biff, der ältere Sohn, fühlt sich von den Erwartungen des Vaters erdrückt und flieht vor den Anforderungen. Sein Bruder Happy richtete seine Interessen schon immer mehr auf die Frauen. Besorgt um die Familie überschätzt Willy Loman seine Fähigkeiten und beginnt, in einer irrealen Welt zu leben. Umsonst müht sich seine treu besorgte Ehefrau Linda, die gegenseitigen Quälereien und Vorwürfe zu beenden. Loman, seiner Lebenslüge beraubt, sieht als einzigen Ausweg den Freitod. Durch diesen Selbstmord würde seine Familie eine Versicherungssumme von 20.000 Dollar erhalten und könnte sorgenfrei leben.

In „Tod eines Handlungsreisenden" entlarvt Arthur Miller den „American Dream" als Trugbild. Das Scheitern des Einzelnen ist in seinen Augen symptomatisch für das Scheitern einer ganzen Gesellschaftsordnung. Das bekannteste Drama Arthur Millers aus dem Jahr 1949 wurde noch im selben Jahr mit dem Pulitzer-Preis für Theater ausgezeichnet und ist immer noch (oder vielleicht auch wieder) von brennender Aktualität.


Preise F

Leitung

Inszenierung Tim Tonndorf
Bühne Anna Bergemann
Kostüme Josephin Thomas
Dramaturgie Melanie Pollmann