Podiumsdiskussion.



„Vom Guten, Wahren und Schönen" - Politisches am Theater


Am 03|03|2020 um 17.00 Uhr, Foyer

Die griechische Tragödie der Antike war ein Festspiel an religiösen Feiertagen und gleichzeitig ein politisches Ereignis. In dialektischer Form wurde das Für und Wider dieser oder jener Handlungsweise vorgeführt, um dem Publikum das Erkennen des „Guten, Wahren und Schönen“ zu ermöglichen und damit einen wichtigen Beitrag in der politischen Meinungsbildung zu leisten. Seit der griechischen Antike hat sich das Theater immer wieder gewandelt und vielfältigste Spielformen und ästhetische Ansätze entwickelt. Auch in unserem Zeitalter erinnern wir Phasen eines ausgesprochen politischen, diskursiven, auch gesellschaftlich-agitatorischen Theaters wie auch Phasen eines Theaters der ästhetischen Formexperimente und der sinnlichen Erfahrung oder eines postdramatischen Theaters, das sich vom Text als primärer Quelle des Theaterspiels löst. Aus Anlass der Aufführung von Brechts „Der kaukasische Kreidekreis“ soll die Rolle des Theaters in der heutigen Gesellschaft beleuchtet werden: Was kann Theater im politischen Diskurs leisten? Stehen wir als Theater in der Mitte der Gesellschaft? Wen erreichen wir? Oder ist politisches Theater ein Ding der Vergangenheit?

Mit:
  • Esther Hattenbach, seit 2001 als Regisseurin deutschlandweit tätig, Inszenierungen u. a. am Theater Koblenz, am Theater an der Ruhr Mülheim, am Hans-Otto-Theater in Potsdam, an den Wuppertaler Bühnen
  • Prof. Hansgünther Heyme, Schüler von Erwin Piscator, Regisseur und Schauspielleiter u. a. in Köln, Stuttgart und Essen, Intendant am Theater Bremen, der Ruhrfestspiele Recklinghausen und zuletzt bis Ende 2014 am Theater im Pfalzbau Ludwigshafen
  • Prof. Dr. Jan Knopf, Literaturwissenschaftler, seit 1989 Leiter der Arbeitsstelle Bertolt Brecht in Karlsruhe, Herausgeber von Brecht-Texten sowie zahlreicher Publikationen über Bertolt Brecht

Moderation: Dr. Fabian Lovisa (Kulturredakteur des Zeitungsverlags „Die Rheinpfalz“)



Drohnenkrieg aus der Pfalz?


Am 05|03|2020 um 17.00 Uhr, Foyer

Die Airbase Ramstein ist der größte Stützpunkt der US Air Force außerhalb der USA. Bewaffnete Drohnen sind dort nicht stationiert. Gleichwohl spielt der Luftwaffenstützpunkt mutmaßlich eine wichtige Rolle im Drohnen-Programm der USA, nicht zuletzt als Satelliten-Relaisstation im Datenfluss. Neben der brisanten völkerrechtlichen Frage von Drohneneinsätzen zur gezielten Tötung stellt sich die Frage, ob die Steuerung solcher Einsätze von deutschem Boden aus zulässig ist. Auf der anderen Seite sind die Airbase in Ramstein und die Stationierung zahlreicher amerikanischer Soldaten natürlich ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Vor Ort sind zudem viele persönliche Freundschaften zwischen Amerikanern und Deutschen entstanden und auch global betrachtet sind die USA nach wie vor der wichtigste NATO-Partner Deutschlands.
Das Projekt „Ramstein Airbase: Game of Drones – reloaded, Trump Edition“ des Staatstheaters Mainz thematisiert genau diese Fragen und gibt Anlass für diese Podiumsdiskussion.

Mit:
  • Jan-Christoph Gockel, Regisseur, aufgewachsen bei Kaiserslautern, Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Frankfurt am Main, dann Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin, Inszenierungen an zahlreichen namhaften Bühnen, seit 2014 Hausregisseur am Staatstheater Mainz.
  • Antonius Kempmann, Investigativjournalist, Arbeiten u. a. für die Süddeutsche Zeitung und den NDR, neben Recherchen zur Neonazi-Szene und den Panama-Papers war er auch Teil des vorbereitenden Rechercheteams zur Publikation „Geheimer Krieg. Wie von Deutschland aus der Kampf gegen den Terror gesteuert wird“ von Christian Fuchs und John Goetz.
  • Marcus Müller, M. Ed., Politikwissenschaftler an der Technischen Universität Kaiserslautern; im Rahmen seiner Promotion forscht und arbeitet er über gezielte Tötungen und Drohnenangriffe auch unter dem Aspekt der demokratischen Kontrolle in den USA.

Moderation: Esther Boldt (Autorin und Theaterkritikerin, u. a. „taz“, „Theater heute“, „Tanz“, „nachtkritik.de“, „Theater der Zeit“)