Roberto Zucco.



Zucco_Teaser_Stückseite
Stück von Bernard-Marie Koltès
Premiere 29|09|2019  |  Werkstattbühne
„Ich habe keine Feinde, und ich greife nicht an. Ich zerquetsche die anderen Tiere nicht aus Bosheit, sondern weil ich sie nicht gesehen habe und weil ich auf sie getreten bin."
Gewalt scheint die einzige Sprache zu sein, die er beherrscht: Roberto Zucco ist ein Mörder. Aber er mordet weder aus Not noch aus Leidenschaft, weder ist er ein Räuber, noch ist er ein Rächer. Er wandelt in dem Sozialdrama von Koltès durch eine Welt, die nur noch aus Fratzen besteht, sein Töten ist motivlos, ohne jeden Zweck, und deshalb sei Zucco, wie Koltès schreibt, „von unglaublicher Reinheit". In seinem letzten Stück wollte Koltès das kurze, heftige Leben eines Serienmörders verewigen. Das Stück basiert auf einem damals real existierenden Serienmörder namens Roberto Succo, der in den 1960er Jahren in Mestre bei Venedig als Sohn eines Kriminalbeamten aufwuchs. Ebenso wie die Dramenfigur Zucco war auch der reale Succo ein Außenseiter, ein Randständiger: sanft, zurückhaltend, freundlich und unauffällig studierte er an der Uni und schrieb ab und zu Gedichte. Insgesamt tötete Roberto Succo wahrscheinlich sechs Menschen, vielleicht mehr, darunter seine eigenen Eltern. Seine wochenlange Flucht, sein Ausbruch aus der Psychiatrie und sein qualvoller Selbstmord waren ein europaweites Medienereignis.
Koltès erzählt in ebenso knapper wie poetischer Sprache die Geschichte eines Menschen, in einem zerbrechlichen Kosmos, einem Panoptikum von Monstern und Fratzen, in dem Gewalt die einzige verständliche Sprache und Mord die letzte logische Konsequenz ist.


Preise Werkstattbühne

Leitung

Inszenierung Harald Demmer
Bühne und Kostüme Oliver Kostecka
Dramaturgie Melanie Pollmann