Extrem laut und unglaublich nah.



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Stück nach Jonathan Safran Foer
Premiere 08|04|2022 | Werkstattbühne

„Faszinierend fand ich, dass laut National Geographic die Zahl der heute lebenden Menschen die Zahl all derer übertrifft, die im Laufe der Menschheitsgeschichte gestorben sind. Anders gesagt: Wenn alle Menschen zur selben Zeit Hamlet spielen wollten, ginge das nicht, weil es nicht genug Schädel gibt!“

Der neunjährige Oskar Schell lebt in New York und ist laut eigenen Angaben (und seiner Visitenkarte) Erfinder, Schmuckdesigner, Goldschmied, Amateur-Entomologe, Frankophiler, Veganer, Origamist, Pazifist, Perkussionist, Amateur-Astronom, Computer-Spezialist, Amateur-Archäologe und Sammler von: seltenen Münzen, Schmetterlingen, die eines natürlichen Todes gestorben sind, Mini-Kakteen, Beatles-Andenken, Halbedelsteinen und anderen Dingen. Außerdem ist er (das steht nicht auf seiner Visitenkarte) Vaterkind, Detektiv und Geheimnisbewahrer.
Und Geheimnisse bewahren muss Oskar seit dem „schlimmsten Tag“, dem Tag, an dem sein Vater beim Anschlag im World Trade Center ums Leben kam, so einige: Er spricht nicht über seine Einsamkeit. Er spricht weder mit seiner Mutter noch mit seiner Großmutter über seine Traurigkeit. Er verschweigt auch die fünf Nachrichten auf dem Anrufbeantworter, die sein Vater hinterlassen hat, nachdem die Flugzeuge in die Türme gerast waren. Er verschweigt den Schlüssel, den er in den Sachen seines Vaters gefunden hat, auf dem „Black“ geschrieben steht.
Aber Oskar ist ja nicht nur Geheimnisbewahrer, sondern auch Detektiv: Zu welchem Schloss gehört wohl dieser geheimnisvolle Schlüssel? Jedenfalls keines der Schlösser in der Wohnung, das hat er bereits probiert. Bleiben nur ungefähr 162 Millionen weitere Schlösser in New York, die wiederum 9 Millionen Menschen zugeordnet werden können. Gott sei Dank tragen nur 472 davon den Namen „Black“. Trifft er nun also pro Tag einen dieser „Blacks“, so wird er die Herkunft des Schlüssels doch in absehbarer Zeit aufklären können.

Der 2005 erschienene Roman von Jonathan Safran Foer thematisiert das amerikanische 9/11-Trauma aus der Perspektive eines bemerkenswerten neunjährigen Jungen. 2011 – zehn Jahre nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York – entstand die erfolgreiche Verfilmung mit Tom Hanks, Sandra Bullock, Thomas Horn und Max von Sydow. Mit der Theaterfassung des Romans wird ein Stück aus der jüngeren Geschichte auch – aber nicht nur – für ein junges Publikum greifbar.


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