Spielplan.

24 Premieren sowie 3 Wiederaufnahmen in Musiktheater, Tanz und Schauspiel im Großen Haus und auf der Werkstattbühne sowie mobil in Schulen. Dazu Konzerte des Pfalztheater-Orchesters, Sonderveranstaltungen und viele Extras mehr.

Musiktheater_neu

Musiktheater

Cabaret

Musical von John Kander | Fred Ebb

03|07|2019 | Großes Haus

La Traviata

Oper von Giuseppe Verdi

ab 14|09|2019 | Großes Haus

Tell Me on a Sunday (Bleib noch bis zum Sonntag)

Musical von Andrew Lloyd Webber

ab 12|10|2019 | Werkstattbühne

Die Fledermaus

Operette von Johann Strauss (Sohn)

ab 26|10|2019 | Großes Haus

Die Entführung aus dem Serail

Kinderoper von Alexander Krampe und Johannes Schmid nach Wolfgang Amadeus Mozart

ab 08|12|2019 | Werkstattbühne

Mazeppa

Oper von Peter I. Tschaikowski

ab 25|01|2020 | Großes Haus

Sunset Boulevard

Musical von Andrew Lloyd Webber

ab 29|02|2020 | Großes Haus

Salome

Musikdrama von Richard Strauss

ab 21|03|2020 | Großes Haus

Alcina

Oper von Georg Friedrich Händel

ab 25|04|2020 | Großes Haus

Die Stadt der Blinden

Oper von Anno Schreier - Deutsche Erstaufführung

ab 20|06|2020 | Großes Haus
Sandner Uwe

Verehrtes Publikum, liebe Freundinnen und Freunde des Musiktheaters!

In Verdis Oper „La Traviata" spricht Violetta Valéry, die Kameliendame, die „vom Weg Abgekommene", von einer Liebe, die das ganze Weltall bewegt, von einer Liebe, die alles sprengt und die alles hinter sich lassen kann. Vielleicht kann nur die Kunstform Oper so überzeugend und so ansteckend von solch starken Emotionen erzählen. Doch in Verdis Oper ist diese Liebe für Violetta nur ein Traum für den Augenblick - gesellschaftliche Grenzen erweisen sich als stärker, Violetta bleibt der Übertritt aus dem schönen Schein der Halbwelt zu einer bürgerlichen Existenz verwehrt, am Ende zerbricht sie daran tragisch.

Auch andere Heldinnen und Helden unseres Spielplans sind als Grenzgänger zwischen den Welten zu betrachten - mal politisch, mal eher ideell und philosophisch oder aber psychologisch. Denken wir etwa an Salome, die in Richard Strauss‘ Musikdrama Tabus des eigentlich Undenkbaren überschreitet: Selbst Opfer der sexuellen Begierde ihres Stiefvaters Herodes, fordert sie für einen Tanz als Lohn den Kopf des Propheten Jochanaan. Fast sinnbildlich zu verstehen, kommt der Komponist Richard Strauss in seiner Partitur an die Grenze der traditionellen Tonalität - eine Grenze, die er jedoch nicht überschreitet. Ähnlich gewagt, ähnlich modern wie in „Salome" klingt Strauss nur noch in „Elektra". Nach langen Jahren kehrt Peter I. Tschaikowskis „Mazeppa" auf die Bühne des Pfalztheaters zurück. Diese Historienoper mit großen Chortableaus erscheint fast ungeahnt aktuell, spielt doch die Handlung vor dem Hintergrund des historisch weit zurückreichenden, letztlich bis heute fortbestehenden Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine. Der politische Kampf um Autonomie und Freiheit ist verwoben mit einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte, für die es im Ringen um Macht und Rache kein Happy End geben kann.
Mit Händels „Alcina" stellen wir uns nach längerer Pause der stilistischen Herausforderung einer Barockoper - inhaltlich führt uns dieses Werk in das Zauberreich der Magierin Alcina, das von Genuss und Sinnlichkeit geprägt ist, eine gefährdete Enklave im Zeitalter der Rationalität.

Persönlich freue ich mich außerordentlich, dass es gelungen ist, mit der Deutschen Erstaufführung der Oper „Die Stadt der Blinden" des jungen, gleichwohl aktuell vielbeachteten Komponisten Anno Schreier ein unmittelbar zeitgenössisches Opernwerk in den Spielplan aufzunehmen. Die Oper nach dem Roman des portugiesischen Nobelpreisträgers José Saramago zeigt eine gesellschaftliche Grenzsituation, in der kollektiv jede Menschlichkeit verloren geht - das Ganze erzählt in einer packenden, psychologisch eindringlichen Musiksprache. Grenzgänger zwischen Tag und Nacht prägen die Handlung unserer diesjährigen Operette: „Die Fledermaus" von Johann Strauss (Sohn) - ein unbestrittenes Meisterwerk der Gattung mit pulsierenden Tanzrhythmen zwischen Walzer, Polkas und Csárdás und champagnerprickelndem Esprit.
Auch Norma Desmond, die Protagonistin in Andrew Lloyd Webbers gefeiertem Musical „Sunset Boulevard", lebt zwischen den Welten, verschwimmen doch für sie auf tragische Weise die Grenzen zwischen der glamourösen Filmwelt Hollywoods und der Realität.

Wie Sie sehen, beschreiten wir im Musiktheater mit dem Spielplan 2019|2020 den musikalischen Horizont vom Barockzeitalter über die klassisch-romantische Epoche und die anbrechende Moderne bis in die unmittelbare Gegenwart des 21. Jahrhunderts. Seien Sie dabei, wenn wir in unseren Aufführungen mit Engagement und Lust Grenzen ausloten und gedanklich überschreiten. Vielleicht entdecken wir dabei sogar neue Horizonte ...
 

Herzlichst,

Uwe Sandner
Generalmusikdirektor

Weiterlesen