Spielplan.

24 Premieren sowie 3 Wiederaufnahmen in Musiktheater, Tanz und Schauspiel im Großen Haus und auf der Werkstattbühne sowie mobil in Schulen. Dazu Konzerte des Pfalztheater-Orchesters, Sonderveranstaltungen und viele Extras mehr.

Schauspiel_neu

Schauspiel

Minna von Barnhelm

Lustspiel von Gotthold Ephraim Lessing

21|09|2019 | Großes Haus

Roberto Zucco

Stück von Bernard-Marie Koltès

29|09|2019 | Werkstattbühne

Mein ziemlich seltsamer Freund Walter

Stück für junge Menschen von Sibylle Berg

26|10|2019 | Werkstattbühne

Vom dicken, fetten Pfannkuchen

Figurentheater von und mit Maren Kaun

05|11|2019 | Werkstattbühne

Zwerg Nase

Ein Märchenspiel von Christian Martin frei nach Wilhelm Hauff

10|11|2019 | Großes Haus

Tod eines Handlungsreisenden

Schauspiel von Arthur Miller

23|11|2019 | Großes Haus

Und morgen streiken die Wale

Klassenzimmerstück von Thomas Arzt - Uraufführung

28|11|2019 | Gastspiel Schule

Antigone

Tragödie von Sophokles

ab 30|01|2020 | Werkstattbühne

Männer

Liederabend von Franz Wittenbrink

ab 08|02|2020 | Großes Haus

Theatertage

ab 03|03|2020 | Großes Haus

How to Date a Feminist

Komödie von Samantha Ellis

ab 26|03|2020 | Werkstattbühne

Tyll

Stück nach dem Roman von Daniel Kehlmann

ab 04|04|2020 | Großes Haus

Vor Sonnenaufgang

Schauspiel von Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann

ab 16|05|2020 | Großes Haus

Bürckel!

Stück von Peter Roos - Uraufführung

ab 17|05|2020 | Werkstattbühne

Junges Theater

Stück für junge Menschen

10|06|2020 | Werkstattbühne
Harald Demmer

Sehr verehrtes Publikum, liebe Freundinnen und Freunde des Pfalztheaters!

Grenzen sind spannungsgeladene Orte. Sie trennen das Eine vom Anderen, sie schließen ein oder aus, schützen oder behindern. Sie können starr oder durchlässig sein, real oder imaginär. Es gibt territoriale und emotionale Grenzen; Grenzen der Toleranz, des Geschmacks, der Scham. Wir setzen sie selbst und sie werden uns gesetzt, durch unsere Kultur, unsere Wahrnehmung, unsere Sterblichkeit. Wir können das akzeptieren oder wir rebellieren dagegen. Grenzüberschreitungen aber sind nie ohne Risiko. Sie eröffnen einen neuen Raum, bergen aber auch die Gefahr des Scheiterns. Dieser Gefahr setzen sich alle großen Figuren des Theaters aus. Deshalb sind sie so dramatisch.

Einige dieser Grenzgänger haben wir in dieser Spielzeit für Sie versammelt. Wir beginnen mit Minna von Barnhelm, eine der leider viel zu seltenen selbstbewussten Frauen der klassischen Dramatik. Sie pfeift auf standesgemäße Konventionen, quält ihren Geliebten Tellheim aus Liebe und befreit ihn so aus den Zwängen seines überspannten Ehrenkodexes.

Mit „Roberto Zucco" hat uns der zu früh verstorbene Bernard-Marie Koltès ein irritierendes Stück hinterlassen. Der Mord wird als schöne Kunst gefeiert und damit rüttelt er massiv an unseren moralischen Konventionen. In „Tod eines Handlungsreisenden" folgen wir Willy Loman fasziniert bei seinem Gang vor die Hunde. Ein Mann, der bis zur völligen Selbstaufgabe seine Begrenztheit nicht akzeptieren will und grandios scheitert. Oder Antigone, die kompromisslos auf ihrem „göttlichen" Recht besteht, ihren im Kampf gefallenen Bruder zu bestatten. Das hat ihr der König von Theben aufgrund des „politischen" Rechtes verboten. Mit ihrer grenzüberschreitenden Unbedingtheit setzt sie in diesem Konflikt ihr Leben aufs Spiel.

Tyll Ulenspiegel ist die Hauptfigur des letztjährig erschienenen Erfolgsromans „Tyll" von Daniel Kehlmann. Als legendärer Gaukler durchzieht er die verwüsteten Landschaften des 30-jährigen Krieges. Als Narr des Königs ist er dazu berufen zu beleidigen, zu verspotten und die Grenzen der Macht und des Anstands zu missachten. „Wenn ich den König nicht saublöde nenne, wer soll es sonst tun? Einer muss es doch." „Tyll" ist ein großer Weltentwurf, den wir für die Bühne bearbeiten werden. Mit der brandneuen Komödie „How to date a Feminist" werden wir die Grenzen der komödiantischen Virtuosität ausloten, mit dem Liederabend „Männer" die Grenzen des guten Geschmacks. „Vor Sonnenaufgang" ist das neueste Werk unseres Else Lasker-Schüler-Preisträgers Ewald Palmetshofer und die renommierten Autoren Thomas Arzt und Peter Roos schreiben jeweils ein neues Stück für unser Theater. Wir hoffen sehr, dass wir Sie für diese aktuelle Dramatik begeistern können.

Also: Freuen Sie sich auf tolle neue und vertraute Schauspieler-Innen, auf interessante RegisseurInnen, Kostüm- und Bühnen-bildnerInnen. „Eine Stadt besteht aus unterschiedlichen Arten von Menschen: ähnliche Menschen bringen keine Stadt zuwege.", schreibt Aristoteles. Und alle die möchten wir in Ihrem Theater versammeln.

Auf zu neuen Horizonten!


Harald Demmer 
Schauspieldirektor

Weiterlesen