Spielplan.

Header_Schauspiel

Schauspiel

Endspiel

Schauspiel von Samuel Beckett

05|09|2021 | Werkstattbühne

Enigma

Stück von Éric-Emmanuel Schmitt

19|09|2021 | Werkstattbühne

Das gibt's nur einmal

Ein Werner-Richard-Heymann-Schlagerabend von und mit Günther Fingerle

03|10|2021 | Werkstattbühne

Tyll

von Daniel Kehlmann, Bühnenfassung von Jan Langenheim und Melanie Pollmann

23|10|2021 | Großes Haus

Bürckel! - Frau Gauleiter steht ihren Mann

Stück von Peter Roos

06|11|2021 | Werkstattbühne

Schöne Bescherungen

von Alan Ayckbourn, Deutsch von Max Faber

13|11|2021 | Großes Haus

Die kleine Hexe

von Otfried Preußler | Kinderstück

27|11|2021 | Großes Haus

Der Popper

Stück von Caren Jeß

29|01|2022 | Werkstattbühne

Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder Wie Gewalt entsteht und wohin sie führen kann

von Heinrich Böll, Bühnenfassung von John von Düffel

05|02|2022 | Großes Haus

Die Räuber

Schauspiel von Friedrich Schiller

02|04|2022 | Großes Haus

Extrem laut und unglaublich nah

Stück nach Jonathan Safran Foer

10|04|2022 | Werkstattbühne

Der Fiskus

Stück von Felicia Zeller

21|05|2022 | Werkstattbühne
Harald Demmer2

Sehr verehrtes, lange vermisstes Publikum,

Theater geht nicht, wenn Sie nicht dabei sind! Die noch so tollsten Geschichten nützen nichts, wenn keiner da ist, der zuhört. Anders als TV oder Internet funktioniert Theater nur miteinander, in einem gemeinsamen Moment, in einem gemeinsamen Raum, live und mindestens vierdimensional. Ein Theatererlebnis lebt durch ein kreatives Verbundensein: zwischen den Menschen auf der Bühne, zwischen Bühne und Zuschauerraum und einer Verbindung des Publikums untereinander. In einer kürzlich veröffentlichten Studie der London’s Global University wurde festgestellt, dass sich der Herzschlag einzelner Personen synchronisierte, während sie gemeinsam ein Theaterstück ansahen. Sie reagierten „in Einklang miteinander, ihr Puls beschleunigte und verlangsamte sich jeweils im gleichen Tempo.“ Gut zu wissen. Und diese Verbindung hat uns über ein Jahr lang gefehlt.

Wir haben in dieser Spielzeit nach Figuren gesucht, die sich auf ganz unterschiedliche Weise in ihrer Welt behaupten müssen. Wir beginnen auf der großen Bühne mit „Tyll“, einer Bearbeitung des Erfolgsromans von Daniel Kehlmann. Der legendäre Tyll Ulenspiegel durchstreift die mittelalterliche Welt des Dreißigjährigen Kriegs. Umgeben von Armut, Gewalt und religiösem Fanatismus sind es seine Talente, sein Witz, seine Fantasie und Lebensklugheit, die ihn in diesen chaotischen Zeiten überleben lassen.

In „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ kämpft eine Frau aussichtslos gegen die Verleumdungen einer skrupellosen Boulevard-presse. Gerüchte führen zu Verdächtigungen, Verdächtigungen zu Anklagen. Die Widerstandskraft eines Lebens wird gebrochen. Ähnliche Mechanismen erleben wir in den sozialen Netzwerken. Gezielt gestreute Falschmeldungen, Gerüchte und Aufregungen verbreiten sich im Netz besonders leicht und rasend schnell.

In Schillers „Die Räuber“ heißt es am Ende: „… da steh ich am Rand eines entsetzlichen Lebens, und erfahre nun mit Zähneklappern und Heulen, daß zwei Menschen wie ich den ganzen Bau der sittlichen Welt zu Grunde richten würden.“ Was ist passiert? Denn eigentlich kämpfen zwei Brüder doch nur um die Liebe ihres Vaters. Aber der Kampf um die nicht erwiderte Liebe entfesselt sich zum Kampf gegen eine als ungerecht empfundene Welt.

In Becketts „Endspiel“ verhandeln Hamm und Clov das Problem, wie man überlebt, wenn die Welt um einen herum nicht mehr existiert. Becketts Antwort: „Indem man spielt!“

Dies nur beispielhaft für viele weitere Stücke. Sie können sich freuen auf Alan Ayckbourns legendäre Weihnachtskomödie, auf die Werkstattproduktionen unserer Else Lasker-Schüler Preisträgerinnen Felicia Zeller und Caren Jeß, auf neue und spannende Kinder- und Jugendstücke, das Junge Theater, das Klassenzimmer-stück, und hoffentlich auch bald wieder auf Matinéen und Lesungen … und ein spielhungriges Schauspielensemble.

Von Hannah Arendt ist der Gedanke überliefert, dass in der Schönheit der Welt der Sinn des Lebens liege. Und dass es zu unserer vitalen Grundausstattung gehöre, diese mit unseren Sinnen und Empfindungen wahrzunehmen. „Die Kunst fragt danach, wie wir die Welt berühren und uns von ihr berühren lassen, wie wir unsere innere Verwandtschaft mit der Welt wahrnehmen, erfahren und verteidigen.“

Nutzen wir unsere Möglichkeiten, sensibilisieren wir unsere Sinne und Empfindungen. Theater kann das. Aber nur live und gemeinsam mit Ihnen.

Weiterlesen