Eine Familie (August: Osage County).



Stück von Tracy Letts

Beverly Weston, früher Dichter und Hochschullehrer, jetzt pensioniert und Vollzeitalkoholiker, engagiert für sich und seine Frau eine Haushaltshilfe. Denn: „Fakt ist: meine Frau nimmt Tabletten und ich trinke. Und diese Sachlage hat es mit der Zeit sehr mühsam gemacht, die traditionelle amerikanische Normalität aufrecht zu erhalten: Rechnungen bezahlen, Lebensmittelversorgung, Sauberhalten von Kleidung, Teppichen...“ Dann verschwindet das Familienoberhaupt spurlos und lässt seine krebskranke Frau Violet allein zurück.

Die erwachsenen Töchter Barbara, Ivy und Karen samt ihrer Familien versammeln sich auf dem Familiensitz in Sorge um ihre Mutter. Aber die egomane Violet sorgt sich weniger um ihren verschwundenen Ehemann als um sich selbst. Wie sie ja auch früher als Mutter versagte, zumindest in den Augen ihrer Töchter. So wird das unerwartete Familientreffen zum Schlachtfeld familiärer Konflikte, auf dem sich Violet grandios und bösartig gegen den Rest der Familie in Szene setzt. Gutgehütete Familiengeheimnisse werden ans Licht gezerrt, und Karens neuer Freund versucht, Barbaras minderjährige Tochter zu verführen...

Tracy Letts ist es gelungen, mit beißendem Humor und im Stil der schwarzen Komödie über ein Thema zu schreiben, dem sich niemand entziehen kann. „Eine Familie“ zeigt ein modernes westliches Mittelschichts-Panorama in höchster Konzentration: Menschen zwischen Generations­ und Statusfragen, zwischen Emanzipation, Midlife­Crisis, enttäuschten Erwartungen, mit nie gelösten Familienkonflikten und Abhängigkeiten.

Der US-amerikanische Schauspieler und Dramatiker Tracy Letts wurde für sein „well-made-play“ 2008 mit dem Pulitzer-Preis und 2013 mit dem Tony Award ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wurde das Theaterstück mit Meryl Streep als Violet verfilmt.

Leitung

Inszenierung Harald Demmer
Bühne Thomas Dörfler
Kostüme Anja Jungheinrich