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Tanzuraufführung: "Sacre"

Im Zentrum von James Sutherlands neuem Tanzabend „Sacre“ steht Igor Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ („Das Frühlingsopfer“) – die Uraufführung 1913 brachte einen ungeheuren Skandal mit sich und markiert in der Tanz- und Musikgeschichte den Aufbruch in ein neues Zeitalter. Strawinsky komponierte dieses Werk für die in Paris ansässigen „Ballets Russes“, geleitet von Sergej Djagilew, die bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs ein ungeheurer Motor für die künstlerische Avantgarde nicht nur im Tanz, sondern auch in der Musik und in der bildenden Kunst mit Querverbindungen zur Literatur waren. Der Skandal der Uraufführung mag in der ungewöhnlichen, äußerst energiegeladenen Rhythmik wie auch in manchen Dissonanzen der Partitur begründet liegen, ganz sicher aber auch in der verstörend naiv-archaischen Umsetzung des Choreographen Vaslav Nijinsky. Erst mit der Zeit wurde „Le Sacre du Printemps“ als eine der herausragends¬ten Hervorbringungen der Tanzgeschichte erkannt, die von Choreographen in aller Welt bis heute immer wieder in unterschiedlichster Weise aufgegriffen wird.

Die Handlung von „Le Sacre du Printemps“ basiert auf einem alten slawischen Ritus, bei dem ein junges Mädchen geopfert werden soll – gewissermaßen als Geschenk zurück an die Erde, damit der Frühling kommen kann. James Sutherland kehrt in seinem Tanzabend diesen archaischen Mythos um: In Anbetracht der Ausbeutung der Natur durch den Menschen gibt es bei ihm nicht das eine Menschenopfer als Geschenk an die Natur, sondern die Natur schlägt zurück und lässt in einer Naturkatastrophe alle Menschen zu Opfern werden. Nur ein einzelner auserwähl¬ter Mensch, eine Auserwählte wird überleben, um die Menschheit weiterzutragen.

In seiner choreographischen Umsetzung wird James Sutherland mit den Urelementen Erde und Wasser, den Elementen des Lebens, arbeiten, um den Mythos von „Sacre“ sinnlich spürbar werden zu lassen. Bühnenbildnerin Verena Hemmerlein und Kostümbildnerin Rosa Ana Chánza sind das Ausstattungsteam an Sutherlands Seite.
Kontrastiv zu Strawinskys Musik von elementarer Kraft treten unmittelbar zeitgenössische Kompositionen von Arvo Pärt („Cantus in memory of Benjamin Britten“), Michael Gordon („Weather One“) und Jóhann Jóhannson („Flight From The City“).
Das Orchester des Pfalztheaters wird den Tanzabend „Sacre“ live begleiten, die musikalische Leitung liegt in den Händen von GMD Uwe Sandner.

Premiere ist am Sonntag, dem 15. Dezember 2019, um 18.00 Uhr im Großen Haus.
Zurzeit gibt es noch Restkarten hier im Webshop oder unter Telefon 0631/3675-209.